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Selten
ist die Bühne der Saarburger Stadthalle so gut gefüllt
gewesen wie bei einem blasmusikalischen Ereignis der Superlative:
Zwei Orchester, die Musikvereine Ockfen und Fanfare Oberbillig,
bewiesen vor über 500 begeisterten Zuhörern gemeinsam
Dynamik und Können.
Saarburg. (doth) Es wurde eng auf der Bühne der Stadthalle
Saarburg. Knapp 80 Musiker aus Ockfen und Oberbillig drängten
sich dicht an dicht, um unter der Leitung von Arno Hoffmann eine
bis dahin ungeahnte Dynamik und Wucht zu entfalten. Dem Konzert
gingen Proben voraus, die sich als logistische Meisterleistung
entpuppten. "In der Besetzung, wie wir heute spielen,
haben wir nie geprobt", erklärte Kapellmeister Hoffmann
vor Konzertbeginn. Immer fehlten einige, denn solch ein großer
Klangkörper sei schwer unter einen Hut zu bekommen. Immer
wieder waren Leute in Urlaub, krank oder beruflich verhindert. Der
Lohn der Mühe war allerdings ein enormes Klangvolumen - dank
üppig besetzter Register. Ideengeber zu diesem Mammutkonzert
war ebenfalls Hoffmann, denn er leitet sowohl die Musiker aus
Ockfen als auch die Fanfare Oberbillig. "Wir wollten
beweisen, dass Blasmusik zu großem symphonischen Klang in
der Lage ist", begründet er das Projekt, das vorerst im
doppelten Sinn für die rund 500 Zuhörer zum einmaligen
Erlebnis wurde. Mit "Also, sprach Zarathustra" von
Richard Strauss wurde der Abend eröffnet und damit gleich
bewiesen, wie symphonisch der Doppelverein klingt. Reinhard Neises
führte durch einen Abend von höchster musikalischer
Qualität. Viel "Programmmusik" war zu hören.
Das sind Tondichtungen, in denen eine Geschichte ohne Text erzählt
wird. Das Riesenorchester führte die Zuhörer auf den
Berg "Pilatus" am Vierwaldstätter See, nahm sie mit
auf eine Zugreise durch den US-Bundesstaat Oregon und beschrieb
das Leben in einem musikalischen Dorf. Große Oper war mit
Werken von Guiseppe Verdi vertreten, und die Filmmusikklassiker
von Ennio Morricone bildeten das eindrucksvolle Finale. Nur die
berühmte Mundharmonika aus "Spiel mir das Lied vom Tod"
fehlte noch. "Das macht Freude zu hören, mit wie viel
Volumen und Präzision die spielen. Das war mal Zeit, einen
solchen Klangkörper zu bilden", findet Monika Etringer
aus Ockfen. Roland Franzen war aus Franzenheim gekommen, um das
einmalige musikalische Ereignis nicht zu verpassen: "Das
musste ich mir einfach anhören. So groß sollte häufiger
gespielt werden." Langanhaltender Applaus war der Dank der
500 Zuhörer im Saal.
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